leben

ein bisschen vegan

01:50

Hey meine lieben.
Heute mal ein etwas anderer Blogbeitrag von mir. Ein Schwafel-Post. Das Thema liegt mir sehr am Herzen und ich habe lange überlegt, ob ich überhaupt darüber schreiben soll oder möchte. Denn das Thema vegetarische oder vegane Ernährung und Lebensstil wirft immer viele Kontroversen auf, und jeder weiß es besser. Und hin und wieder führt es sogar zu Zoff. Aber vielleicht kann ich euch damit inspirieren oder ermutigen oder zumindestens einen kleinen Denkanstoß geben. Oder vielleicht habt ihr tolle Tipps, Links und Rezepte für mich.





Aber nun von Anfang an
Wer mir auf Instagram folgt, wird es schon gemerkt haben. Zur Zeit beschäftige ich mich sehr mit dem Thema "Vegan".
Seit mittlerweile 4 Jahren ernähre ich mich rein vegetarisch. Seit ca 2 Jahren suchen wir auch unsere Lebensmittel viel kritischer aus und kaufen hauptsächlich Bio und wenn's geht regional. Damit geht es mir und uns ziemlich gut.
Den veganen Lebensstil fand ich schon lange sehr interessant. Hier und da fingen ein paar Freunde an sich vegan zu ernähren, blieben vielleicht nicht komplett dabei, aber so kamen einfach neue Ansichten, Restaurants und Rezepte in die Köpfe.
Dann surfte ich mal wieder bei Facebook rum. Ein Bild hier, ein Video da, liken, sharen und irgendwie häuften sich auch dort vegane Themen, Forschungsergebnisse und unbequeme Wahrheiten.

https://www.facebook.com/animalsev
Und dann war da Käthe. Käthe ist ein Huhn, welches von den tollen, fleißigen und engargierten Menschen vom animals e.V. gerettet wurde. Dieses arme Huhn sah ziemlich fertig aus, hatte größtenteils keine Federn mehr und nur die dicken Federkieme pieksten aus ihrer nackten Haut. Da steigen jemanden wie mir sofort die Tränen in die Augen. Schlimme Sache, "aber" das hab ich schon gesehen und Eier aus konventioneller Boden-oder Sonstwas-Haltung kaufte ich ja nicht. So dachte ich, aber dann las ich den langen Text unter dem Bild. Und Pustekuchen! Käthe kam aus einer "Bio" Haltung. Und dann begann ich zu grübeln....

(übirgens geht es Käthe durch die liebevolle Pflege beim animals e.V. wieder richtig gut. Schaut dochmal auf ihrer Facebook-Seite vorbei und seht selbst :) )

Ab jetzt Vegan?
Naja nicht ganz. Aber ich fing an mich viel intensiver mit dem Thema zu beschäftigen und tue das immer noch. Es ist ein riesig weites Feld. Es gibt tausend Meinungen und tausend Möglichkeiten und ich begann meinen Weg zu finden. Zuerst kaufte ich viele Zeitungen und ein schönes Buch zu dem Thema. Auch in der Bloggerwelt gibt es massig an tollen Blogs, Videos, Infografiken und und und. Überall fand ich hilfreiche Tipps und viele viele leckere Rezepte. Ganz unten liste ich Euch mal ein paar interessante Links auf.

Noch habe ich aber zugegeben Schwierigkeiten das in mein soziales Umfeld einzubauen. Wenn man mit Freunden unterwegs ist oder bei der Familie is(s)t, gibt es immer viele tolle Sachen zu essen. Meine Mutti ist sehr lieb und kocht immer eine extra vegetarische Variante für mich. Sogar den „vegetarischen Samstag“ haben wir schon eingeführt. Dafür bin ich sehr dankbar.
Aber ich mag den Geschmack von Käse eigentlich sehr, und außerdem möchte ich auch nicht immer der Miesepeter oder auch „Freak“ sein, der immer eine Extrawurst (höhö) benötigt. 
Aber zuhause funktioniert das vegane Essen und Leben richtig gut. Der Herzmann ist da zum Glück absolut offen und meiner Meinung. Um genau zu sein, habe ich wegen Ihm angefangen vegetarisch zu leben. So nöhlt zuhause keiner rum, keiner muss sich rechtfertigen und wir unterstützen uns gegenseitig. „nee Herzi heute gibt’s keine Pizza“ ;)

„Anja warum tust du dir das an???“
Ehrm? Sollte die Frage nicht eher lauten, warum tun wir den armen Tieren das alles an? Ich bin an dem Punkt angekommen, dass ich oft (nicht immer) einfach keine Milchprodukte mehr essen WILL. Ich habe so viel gesehen und gelesen, dass mir oft einfach speiübel wird bei dem Gedanken, was dort mit den Tieren gemacht wird und vor allem was das ist, was wir zu uns nehmen sollen.
Ich will nicht zu weit ausholen. Aber altes Denken und Gewohnheit geißeln uns, auch mich.


Und was kann man dann überhaupt noch essen?
Na alles Mögliche! Kochen ist mein Ding, das wisst ihr. Ich bin experimentierfreudig, kann gut kombinieren und improvisieren. Am besten man fängt einfach an, lässt sich nicht überrollen, bleibt erst mal bei einfachen Rezepten und testet sich durch das vegane Sortiment. Denn ganz ehrlich, so schwer ist das nun auch nicht! Es gibt so so viele vegane Alternativen, die man sogar total easy im Internet (zB. bei www.alles-vegetarisch.de) bestellen kann, die einem mit einem Kühlakku frisch nachhause geliefert werden. Denn in einer Großstadt wie Berlin, kann man natürlich easy mal zu Veganz reingehen, aber das geht nun leider nicht in jeder Kleinstadt.
Man muss einfach von seinem anerzogenen Denken und Gewohnheiten absehen und im wahrsten Sinne des Wortes mal über den Tellerrand hinaus gucken. Warum muss Essen immer aus einem Stück Fleisch, 'ner schönen Sahnesoße und Kartoffeln und Gemüse bestehen?
Ich gebe zu, am Anfang es ist nicht ganz leicht, aber wenn man sich nicht selber unter Druck setzt und es locker angeht, macht das richtig Spaß. Man entdeckt viele neue Lebensmittel, neue Rezepte und eine ganz neue Geschmackswelt. Quinoa, Hirse, Bulgur Rote Linsen, Schwarze Linsen, Braune Linsen, Chia und und und. Einfach der Wahnsinn, was es alles Leckeres und Gesundes gibt. Man neigt ja sonst immer dazu in eingefahrenen Bahnen zu bleiben und immer seine handvoll Standartgerichte zu kochen.
Zuerst bleibt man natürlich bei seinen Lieblingsgerichten und „veganisiert“ sie. Kein Problem! Eintöpfe und diverse Gemüsepfannen mit Reis oder Bulgur gehen eigentlich immer. Aber bei veganen Käsealternativen war bei mir Schluss mit lustig. Da hab ich echt noch nichts annähernd Leckeres gefunden. Aber mittlerweile bin ich auch hier an dem Punkt, wo ich den Käse dann eben einfach weglasse.

Und die Nährstoffe?
Ach komm, ehrlich. Ich glaube, jeder Veganer ernährt sich weitaus vielseitiger, bewusster und ausgewogener, als so viele Fleischesser. Es gibt so viele Lebensmittel die ich neu kennen gelernt habe. Nur das Vitamin B12 sollte man „zufüttern“, aber auch da gibt es wahnsinnig viele Möglichkeiten.
Bei Peta findet ihr hier eine tolle Auflistung von wichtigen Nährstoffen und wo sie enthalten sind.

Und weiter?
Ich denke ich werde jetzt kein Hardcoreveganer. Aber unseren Milchprodukte- und Eier-Konsum konnte ich in kurzer Zeit schon enorm einschränken, ohne dass mir etwas fehlt. Ich esse nach wie vor mal ein Ei auf meiner Avocado Stulle und Pizza liebe ich sehr. Aber wir essen bei weitem nichtmehr so viel tierische Produkte wie früher. Ausserdem bin ich mir dessen bewusst, wo die Lebensmittel dafür her kommen, und esse sie meist mit ruhigem aber auch manchmal mit schlechtem Gewissen. Aber das muss sowieso jeder mit sich selber ausmachen. Umso mehr man darüber weiß, was mit den Tieren wirklich passiert, umso mehr vergeht einem echt die Lust an diesem Essen. Und ich möchte Tierleid einfach nicht mit meinem Konsum unterstützen. Mein „Schlupfloch“ sind noch die Biolebensmittel*, von denen ich mir noch ein bisschen erhoffe (oder eher einbilde? ;) ) den Tieren ginge es gut...oder..einfach nicht schlecht. Aber das Verganertum finde ich sehr sehr interessant und für mich erstrebenswert.

(* "richtiges" Bio von Demeter & Co )

Und sonst so?
Kleidung, Kosmetik, Bio, Umwelt, Tierschutz...man man man da gibt es EINIGES zu tun. Ich für meinen Teil tue, was ich mit meinen Mitteln anstellen kann. Aber 100% perfekt und politisch korrekt geht leider nicht. Also so, wie jeder kann. Ich möchte hier auch keinen bekehren oder sonst was, nur von meinen Erfahrungen berichten und jedes Hühnchen oder jedes Ei was nicht verputzt wird, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Seid offen und wissensdurstig. Setzt Euch ein, wo ihr könnt. Nehmt von Eurem Wahlrecht Gebrauch, unterschreibt Petitionen, helft dem örtlichen Tierschutz aus, spendet alten Kram, eh Ihr ihn kopflos weg werft. Alles kleine Dinge die Zusammen großes bewirken können.

Aber aber aber...?
Fazit: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Alles ist ein Prozess. Man kann nicht von jetzt auf gleich alles wissen und perfekt machen. Jeder muss seinen eigenen Weg finden, mit dem er zufrieden ist. Bewusst und kritisch Leben macht mir Spaß und erfüllt mich mit Zufriedenheit. Ich erwerbe viel neues Wissen,  und lerne viele tolle neue Lebensmittel und Geschmäcker kennen. Ich konnte meinen (und unseren) Konsum an tierischen Lebnsmitteln schon enorm einschränken. Es ist gar nicht so schwer, wie gedacht habe, aber auch nicht immer leicht. Aber auf jeden Fall bleibe ich dran!
Und das wichtigste: Ich fühle mich gut dabei!



Hilfreiche und interessante Links:

Besonders gern mag ich die Videos von JessVeganLifestyle - sie hat viele Hilfreiche Tipps zum veganen Lebensstil und vor allem die Kosmetik-Tipps finde ich sehr hilfreich.

Die Tierschutzorganisation Peta, kennt sicher jeder. Auf ihrer Seite haben sie nicht nur viele viele interessante und vor allem auch erschreckende Fakten, sondern auch Tipps für's vegane Leben:
http://www.peta.de/veganesleben

Mehr zu veganer und tierversuchsfreier Kosmetik:
http://kosmetik.peta.de
https://vebu.de/themen/lifestyle/kosmetik
http://www.kosmetik-vegan.de/

Ein paar interessante Fakten zum Thema Milch und Milchprodukte:
http://www.huffingtonpost.de/fabio-ornato/milch-macht-krank_b_5193183.html

Nährwerttabelle:
http://www.peta2.de/naehrwerttabelle

Ein mega mega veganer Food-Blog:
http://www.eat-this.org


Aktuell in Brandenburg:
https://www.volksbegehren-massentierhaltung.de

animals e.V. - Spenden sind immer gut:
http://www.animals-ev.de

Lecker veganes Essen online bestellen:
http://www.alles-vegetarisch.de/

Und klar, ein Pinterest-Board hilft ja eh immer:

Für Tipps, Infos und hilfreiche Kritik bin ich immer sehr dankbar, also schreibt mir gern ein Kommentar. :)
*liebe Grüße
Eure Anja

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7 Kommentare

  1. Liebe Anja,
    ich finde es toll, dass du das Thema auf deinem Blog und anderen Plattformen aufgreifst.
    Ich ernähre mich gerade vegetarisch, glaube aber, dass mir auch die paar Milchprodukte die ich noch zu mir nehme rein körperlich nicht gut tun und beschäftige mich deshalb schon länger mit der veganen Ernährung. Aber wie du schon sagst, sind unsere Essgewohnheiten schon eingefahren und es ist schwer aus ihnen heraus zu kommen.
    Da hilft es manchmal wirklich, wenn "echte Menschen" über die vegane Ernährung schreiben und keine großen Namen, wie peta oder der Tierschutzbund. Auch deine Linksammlung gefällt mir sehr. :)
    Da les ich mich jetzt gleich mal durch.
    Danke für den Artikel.

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    1. Liebe Ellipirelli,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar. Darüber habe ich mich sehr gefreut, weil ich doch lange mit mir gehadert hab, ob ich es überhaupt öffentlich poste.
      danke! <3

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  2. Liebste Anja,
    sehr sehr wundervoll! Man merkt absolut, mit wie viel Herzblut und Begeisterung Du diesen Blogpost geschrieben hast! Toll und sehr inspirierend! <3
    Kussi
    Lu

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  3. Liebe Anja,
    dein Post ist sehr interessant zu lesen und ich bin da voll bei dir. Ich bin seit 1,5Jahren (fast) Vegetarierin und versuche auch Milch-und Eikonsum einzuschränken. Hast du eine Lieblingsalternative zu Milch? Ich werde da mit nichts so richtig warm und greife doch immer wieder zur Kuhmilch.
    viele Grüße
    Berit

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    1. Liebe Berit, zum Glück mochte ich Milch noch nie sonderlich gern ;)
      Für Müsli nehme ich am liebsten Kokos-Reis-Drink von Provamel und zum kochen find ich LeHa SCHLAGFIX (ungesüßt ) ganz gut. Ich mag dieses ganze Soja-Zeug nicht so gern :)

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  4. Liebe Aentschie,
    toll geschrieben und genau die Sachen angesprochen, die es mir auch schwer machen, den letzten Schritt zum vegan zu gehen: Käse, Milch, Joghurt usw. Ich muss mich nochmal umsehen, was es an Alternativen gibt. Danke.

    Viele Grüße,
    Sandra

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  5. Hallo liebe Aentschie,
    probier doch mal den veganen Käse von Violife, ich esse am liebsten Cheddar oder Pizzageschmack und Frischkäse am liebsten von Green Heart mit Schnittlauch.
    Ich lebe seit gut 2 Jahren vegan und vermisse Käse nichtmehr.
    Habe früher jahrelang vegetarisch gegessen und dann irgendwann alle Milchprodukte mit Sojamilch oder Sojasahne ersetzt, nur Käse war mein Problem, aber irgendwann schafft man auch das. :)
    Unterwegs hol ich mir eben ne Breze oder Brötchen und Hummus, alles halb so schwer, wenn man sich mal reingefriemelt hat. :)

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